Bodenlebende Schädlinge
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Schädlinge vernichten jedes Jahr einen erheblichen
Teil der von Menschen angebauten Kulturpflanzen. Neben Viren, Bakterien und Pilzen sind Insekten die wichtigste
Schädlingsgruppe. Natürliche Gegenspieler von Schadinsekten sind seit langem bekannt und werden auch schon
lange bewusst zur Bekämpfung eingesetzt. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde zunehmend auf neu synthetisierte
chemische Mittel zur Schädlingsbekämpfung gesetzt. Die damit verbundenen Umweltprobleme wurden in den folgenden
Jahrzehnten deutlich und führten vielerorts zu einem Verbot der besonders langlebigen Substanzen. Die
chemische Bekämpfung bodenlebender Schadinsekten steht damit vor folgendem Dilemma: Einerseits soll
der Wirkstoff in den Boden gelangen und dort vom Insekt aufgenommen werden, andererseits sollte
möglichst nichts von dem Gift in das Grundwasser gelangen. Das Gift sollte sich also im Boden möglichst
rasch in ungiftige Bestandteile zerlegen. Diese widersprüchlichen Anforderungen an Pestizide im Boden
werden von kaum einem Mittel erfüllt. Insektenpathogene Nematoden können einen Teil dieser
Bekämpfungslücken ausfüllen.
Von den wichtigsten bodenlebenden Schädlingen sind derzeit die folgenden mit Nematoden bekämpfbar:
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| Dickmaulrüßler (Otiorhynchus sulcatus), Wurzelbohrer (Hepialus lupulinus) |
Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola) hier nur die Larven |
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| Trauermückenlarven (Lycoriella sp., Bradysia sp.) im Zierpflanzenbau und in Speisepilzkulturen |
Raupen von Eulenfaltern (z.B. Wintersaateulen, Agrotis spp.) |
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Maulwurfsgrillen (Gryllotalpa gryllotalpa) |
Daneben gibt es eine Reihe weniger wichtiger Schädlinge, die mit diesen Arten eng verwandt sind. Einige von ihnen können ebenfalls mit Nematoden bekämpft werden, bei anderen versagen die Nematoden. Für viele dieser weniger bedeutenden Schädlinge ist die Wirkung von Nematoden schlicht nicht bekannt.
Eine besondere Betrachtung verdient der Komplex der Scarabaeidenlarven (Maikäfer und Verwandte). Von dieser Gruppe treten auf dem Grasland verschiedene Arten auf.
Der bei weitem häufigste Schädling ist der Gartenlaubkäfer, gelegentlich treten auch Junikäfer auf, selten ist
dagegen der Maikäfer anzutreffen. Das Auftreten des Dungkäfers als Schädling ist ein neues Phänomen. Aus Deutschland
sind bislang 3 Fälle bekannt. Das gleiche gilt für den Purzelkäfer, Hoplia, der seit 1998 auf einigen Flächen zum
Problem wird. Anderenorts ist diese Art häufiger. In Belgien ist der Purzelkäfer der häufigste Schädling auf
Rasenflächen. Nema-green wirkt zuverlässig gegen den Gartenlaubkäfer, den Dungkäfer und den Purzelkäfer. Dem Junikäfer
(Amphimallon solstitale) und dem Maikäfer (Melolontha melolontha)
ist mit nema-green allerdings kaum beizukommen. Neue Untersuchungen zeigen jedoch, dass auch die Larven dieser Arten während der Häutungen von Nematoden abgetötet
werden können (www.insectconsultancy.nl).
Merkmale und Biologie der Käfer
Gartenlaubkäfer (Phyllopertha horticola)
Weitere Namen: Junikäfer, Kleiner Rosenkäfer
Verbreitung: Häufig in weiten Teilen Europas und Asiens
Merkmale: Käfer 8-11 mm lang; Kopf und Halsschild des Käfers metallisch grün bis schwarz glänzend.
Flügeldecken gelbbraun oder rotbraun, leicht behaart. Seiten, Unterseite und Beine hell behaart. Im Gegensatz
zu anderen Blatthornkäfern (wie z.B. dem Maikäfer, Melolontha melolontha oder dem Junikäfer,
Amphimallon solstitiale), ist der Körper des Käfers ziemlich flach. Die Käfer fliegen
oft in Massen an sonnigen Vormittagen von Ende Mai bis Mitte Juni.
Biologie: Eine Generation pro Jahr (Abb. 1). Die Käfer schlüpfen ab Ende Mai in der Nacht. Die Weibchen
werden unmittelbar nach dem Schlüpfen begattet und graben sich noch in der selben Nacht wieder ein und beginnen
im Boden mit der Eiablage. Etwa 85% der Eier werden jetzt abgelegt. Nach der ersten Eiablage fliegen die Weibchen
nahegelegene Futterpflanzen an. Nach dem Reifungsfraß erfolgt eine zweite Eiablage. Diese kann 3-4 Kilometer vom
Schlupfort der Weibchen entfernt erfolgen. Eine Bekämpfung der Käfer zur Vermeidung von Rasenschäden ist auf
Grund dieses Verhaltens weitgehend wirkungslos, denn wenn der Käferflug bemerkt wird, sind die meisten Eier
bereits im Boden abgelegt.
Abb. 1: Lebenszyklus des Gartenlaubkäfers Phyllopertha horticola. Eine Bekämpfung mit
nema-green sollte ab Mitte Juli bis Ende September erfolgen.
Die nach ca. drei Wochen aus den Eiern schlüpfenden Larven durchlaufen in ihrer Entwicklung drei Stadien. Das erste
Larvenstadium ernährt sich von humosen Substanzen im Boden, das zweite frißt bereits feine Haarwurzeln. Den eigentlichen
Schaden verursachen die Larven des 3. Stadiums, indem sie die größeren Wurzeln der Gräser durchtrennen und so die
Wasserversorgung unterbrechen. Sie leben unmittelbar unter der Grasnarbe und sind somit eine leichte Beute für Vögel und
Säugetiere. Bis etwa Mitte Oktober bleiben die fressenden und wachsenden Larven unter der Grasnarbe, dann wandern sie zur
Überwinterung in tiefere Bodenschichten, um sich im April zu verpuppen und ab Ende Mai als Käfer zu schlüpfen.
Junikäfer (Amphimallon solstitiale)
Weitere Namen: Brachkäfer, Sonnenwendkäfer
Verbreitung: Europa, einschließlich Teilen Englands
Merkmale: Käfer 14-18 mm lang. Einfarbig ledergelb bis braun, Scheitel und Halsschild dunkler. Dichte Behaarung
auf Halsschild und Flügeldeckenbasis.
Biologie: Eine Generation dauert 2-3 Jahre. Die Larven überwintern demnach 2-, im Norden auch 3-mal und verpuppt
sich im Frühjahr. Die Käfer fliegen im Juni zur Sonnenwende in den Abendstunden und leben tagsüber verborgen. Es wurden
auch schon Flüge Ende April und Mitte Mai beobachtet (Herr Willig, Pflanzenschutzamt Wetzlar).
Maikäfer (Melolontha melolontha)
Verbreitung: In Europa bis Mittelschweden. Fehlt in Süditalien und auf der Pyrenäenhalbinsel.
Merkmale: Käfer 20 bis 30 mm lang. Länglicher Fortsatz am Hinterende. Flügeldecken braun, Halsschild schwarz bis braun.
Behaarung spärlich.
Biologie: Eine Generation erstreckt sich über 3 (Süddeutschland und Italien) bis 5 Jahre (Norddeutschland,
Dänemark). Die Käfer fliegen im Mai und legen 10 bis 30 Eier in 10-20 cm Tiefe ab. Der Käfer richtet große Schäden in
Baumschulen, Obst- und Weingärten an.
Dungkäfer (Aphodius spp.)
Verbreitung: Verschiedene Arten in Europa und Asien.
Merkmale: Kleine Käfer (5 bis 13 mm lang) je nach Art. Seitenränder fast parallel. Körperoberseite glatt.
Unterseite behaart. Kopf i.d.R. leicht abwärts geneigt. Kopfschild verdeckt Mundwerkzeuge. Dunkler als Gartenlaubkäfer
und nie mit metallischem Glanz.
Biologie: Die Dungkäfer sind als Verwerter von Kot und toter organischer Substanz bekannt. In letzter Zeit trat
die Art A. contaminatus sowohl in Holland als auch in Deutschland als Schädling auf Rasenflächen auf. Sie hat einen
einjährigen Lebenszyklus (Abb. 1) und ernährt sich vornehmlich von Kaninchenkot. Die Larven überwintern und fressen auch
in den Wintermonaten. Erst im August verpuppen sich die Larven. Die Käfer schlüpfen im September und beginnen sofort mit
der Eiablage. Bis zum Januar haben sich die Larven meist zum 3. Larvenstadium entwickelt.
Purzelkäfer (Hoplia philanthus)
Verbreitung: Europa
Merkmale: Größe etwa wie Gartenlaubkäfer. Käfer schwarz mit hellen Härchen auf den Flügeldecken,
dadurch silbrig glänzend. Auffallend sind die kräftigen Beine mit großen Zacken an den Vorderbeinen.
Biologie: Die Käfer schlüpfen Ende Juni und fliegen an warmen Sommertagen, an denen auch die Eier abgelegt werden.
Nach dem Schlupf fressen die Larven von September bis November und dann wieder von Februar bis November. In trockenen
Sommern stellen die Larven das Fressen ein und wandern in tiefer Bodenschicht ab. Erst im 2. Jahr nach dem Schlupf aus
dem Ei verpuppen sich die Larven und fliegen im Juni aus. In Deutschland tritt dieser Käfer nur gelegentlich als Schädling
auf Rasenflächen auf, so zuletzt im Jahr 1998. In Wales und Nordwestengland sowie in Flandern (Belgien) ist der Käfer ein
häufiger Grünlandschädling.
Identifikation der Engerlinge
Die Engerlinge lassen sich von anderen Insektenlarven im Boden durch ihre C-förmige Gestalt, die gut ausgebildeten 3 Beinpaare, die bräunliche Kopfkapsel und den dunkel durchscheinenden Kotsack am Hinterende problemlos unterscheiden. Eine grobe Unterscheidung der angeführten Arten ist nach Größe und Fundzeit der Larven möglich. Es gelten folgende Regeln:
- Larven von über 20 mm Länge: Melolontha melolontha oder Amphimallon solstitiale
- Fundzeit von November bis April, Larve kleiner als 20 mm: Aphodius spp. oder Hoplia philanthus
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Fundzeit Juni bis Oktober; Larven unter 18 mm Länge: L1 oder L2 Larven von A. solstitiale,
L1 Larven von M. melolontha oder L2-L3 Larven von P. horticola, L2-Larven von Hoplia philanthus
Aufschluß über die Artzugehörigkeit gibt auch das Verhalten der Engerlinge. Legt man die Larven auf eine ebene,
nicht zu glatte Oberfläche so bewegen sich alle Arten außer dem Maikäfer (M. melolontha) bäuchlings fort.
Letzterer bleibt in der Seitenlage. Die Larven der Junikäfer fallen ebenfalls oft in die Seitenlage zurück.
Für eine sichere Unterscheidung der Engerlinge ist eine Lupe (mind. 8-fache Vergrößerung) nötig. Entscheidendes Merkmal
ist dabei die Gestalt des Analspalts und die Beborstung des bauchseitigen Feldes am Hinterende (Abb. 2).
Der Gartenlaubkäfer ist vom Junikäfer, A. solstitiale, durch die Form des Analspalts gut zu unterscheiden. Beim
Gartenlaubkäfer hat dieser die Form eines grinsenden Mundes, beim Junikäfer die eines flachen Mercedessterns. Das
Borstenfeld des Maikäfers mit seinen langen parallelen Borstenreihen ist ebenfalls sehr charakteristisch. Die Dungkäfer
(Aphodius spp.) haben meist ein ungeordnetes Borstenfeld. Die Larven der Purzelkäfer haben ebenfalls keine
abgesetzten Reihen auf dem Borstenfeld. Die Klauen an den Beinen werden vom ersten zum 3. Beinpaar deutlich kürzer
(Abb. 2). Außerdem sind die Larven durch die braune Behaarung des Rückens gekennzeichnet. Die wesentlichen Merkmale
der Larven sind in Abb. 2 zusammengefasst. Die Firma e-nema hilft Ihnen gern bei der Bestimmung der Larven.

Abb. 2: Bestimmungsmerkmale für die Larven der wichtigsten Scarabaeiden-Schädlinge Deutschlands.
a = Gartenlaubkäfer, b = Junikäfer, c = Maikäfer, d = Purzelkäfer
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