Biologische Bekämpfung des Maiswurzelbohrers mit dianem®
Warum Nematoden?
Bedeutung des Maiswurzelbohrers
Biologie des Maiswurzelbohrers
Schäden durch den Maiswurzelbohrer
Biologische Bekämpfung des Maiswurzelbohrers
Die Ausbringung von dianem®
Vorteile des Einsatzes von dianem®
Anwendungshinweise (PDF)
Montageanleitung cult-tec LIQ-Inject
Warum Nematoden?
Nematoden sind Nützlinge und fallen damit nicht unter das Zulassungsverfahren. Für den Einsatz von dianem® ist keine Genehmigung erforderlich.
In Deutschland besteht gegenwärtig keine offizielle Zulassung für chemische Wirkstoffe zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers (Abb. 1). Der Einsatz von Insektiziden auf Basis von Neonicotinoiden (Saatgutbeizung) verursachte ein Bienensterben und wurde deshalb verboten.
dianem® besitzt eine ausgezeichnete Wirkung gegen die Larven (Abb. 2) und Puppen des Maiswurzelbohrers. In langjährigen Feldversuchen in Ungarn, Österreich und Italien wurden vergleichbar hohe Wirkungsgrade erzielt, wie mit der Saatgutbeizung mit Neonicotinoiden oder einer Applikation von Pyrethroidgranulaten.
Die im Produkt dianem® enthaltenen Nematoden (Heterorhabditis bacteriophora) erzielen häufig höhere Wirkungsgrade bei der Reduktion der Käferpopulation als chemische Wirkstoffe. Die nachhaltige Wirkung beruht auf der Vermehrung der Nematoden in ihrem Wirtsinsekt. Aus den befallenen Larven auswandernde Nematoden suchen umgehend nach weiteren Diabrotica-Larven und Puppen in der Umgebung und setzen somit eine Ketten reaktion in Gang, die durch die Schädlingsdichte gesteuert wird. Je mehr Schädlinge vorhanden sind, desto stärker vermehren sich die Nematoden.
Bedeutung des Maiswurzelbohrers
Abb. 1: Käfer des
Maiswurzelbohrer
Diabrotica virgifera virgifera
Der Maiswurzelbohrer gilt als der bedeutendste Maisschädling. Allein in den USA verursacht er jährlich Schäden in Höhe von 1 Milliarde US$. Vor etwa 12 Jahren wurde er aus Nordamerika in Europa eingeschleppt und breitet sich seitdem kontinuierlich aus. Bereits im Jahr 2007 wurde der Schädling erstmalig in Deutschland beobachtet (Baden-Württemberg und Bayern). In 2010 gab es dann schon erste Funde in Nordrhein-Westfalen und in 2011 in Hessen und Rheinland-Pfalz. Die natürliche Ausbreitung lässt sich zwar nicht mehr aufhalten, wohl aber durch entsprechende Eingrenzungsmaßnahmen (Einsatz von dianem®) erheblich verzögern.
Aufgrund seines hohen Gefährdungspotentials wurde der Maiswurzelbohrer in der EU als Quarantäneschädling eingestuft. Sein Auftreten ist meldepflichtig und zieht zwangsläufig Ausrottungs- bzw. Eingrenzungsmaßnahmen nach sich. Bei einer bundesweiten Ausbreitung des Maiswurzelbohrers in Deutschland wären, von insgesamt 1,6 Millionen Hektar Maisanbaufläche, ca. 350.000 Hektar Mais in Monokultur betroffen, was einem Schaden von mindestens 25 Millionen Euro jährlich entspricht.
Aufgrund der Quarantänebestimmungen ist auf Flächen mit Mais- nach Maisanbau jährlich sowohl eine Bekämpfung der Larven als auch der adulten Käfer des Maiswurzelbohrers vorzunehmen. dianem® ist dafür gut geeignet, da es die Käferpopulation effizient reduziert.
Nach derzeitigem Stand der Pflanzenschutzgesetzgebung ist der integrierte Pflanzenschutz verbindlich vorgeschrieben (Verordnung EG Nr. 1107/2009 in Verbindung mit der Richtlinie 2009/128 EG). Das bedeutet, dass nicht-chemische Mittel bevorzugt werden sollen.
Biologie des Maiswurzelbohrers
Die erwachsenen Käfer legen ihre Eier im August/September bevorzugt in Maisfelder in den Boden ab. Die Eier überwintern, weshalb ein Fruchtwechsel eine wirksame Methode zur Bekämpfung darstellt. Ende Mai/Anfang Juni schlüpfen die Larven. Sie suchen die Wurzeln auf und beginnen sofort mit dem Wurzelfraß. Ältere Larvenstadien bohren sich in die Wurzeln ein. Ab Ende Juni verpuppen sich die Larven und ab Juli erscheinen die ersten Käfer, die nach einem Reifungsfraß mit der Eiablage beginnen.
Schäden durch den Maiswurzelbohrer
Die größten Schäden entstehen durch die Fraßtätigkeit der Larven an den Wurzeln (Abb. 3), in deren Verlauf sie sich in die Hauptwurzel einbohren. Dadurch wird die Wasserversorgung der Pflanzen beeinträchtigt. Zudem kann es zu Sekundärschäden mit pilzlichen Schaderregern kommen. Die geschädigte Wurzel bietet der Pflanze nur unzureichend Halt. Umgeknickte Pflanzen wiederum erschweren den Erntevorgang. Umgefallene Pflanzen wachsen anschließend wieder zum Licht, wodurch das sogenannte Schwanenhalssyndrom (Abb. 4) entsteht. In der Saatgut- und Süßmaisproduktion verursacht der Fraß der erwachsenen Käfer an den Narbenfäden (Seide) auch schon bei geringem Befallsdruck eine reduzierte Befruchtung und damit eine ungleichmäßige Ausbildung der Kornanlagen (Abb. 5). Maispollen und Blätter der Pflanzen werden ebenfalls gefressen.
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Abb. 2: Von Nematoden befallene Mais wurzelbohrerlarven färben sich rötlich
(Foto: Stefan Töpfer, CABI) |
Abb. 3: Wurzelschaden an Mais
(Foto: Stefan Toepfer, CABI) |
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Abb. 4: Wieder aufgerichtete Maispflanzen nach dem Umknicken durch Wurzelfraß
(Foto: Giselher Grabenweger, AGES) |
Abb. 5: Maiskolben mit unterschiedlicher Korngröße (Foto: Udo Heimbach, JKI) |
Biologische Bekämpfung des Maiswurzelbohrers
Am effektivsten hat sich die Bekämpfung der Larven mit dianem® erwiesen. Ideal ist eine Ausbringung der Nematoden mit der Aussaat, die für den Anbauer kaum zusätzlichen Aufwand verursacht. Appliziert werden 2 Milliarden Nematoden/ha mit einer Aufwandmenge von mindestens 200 Liter Wasser/ha. Bei trockenem Boden sollte die Wasseraufandmenge um 100-200 Liter erhöht werden. Durch Nematodenbefall verfärben sich die Diabrotica-Larve orange (Abb. 2).
Die Ausbringung von dianem®
dianem® wird in Pulverform geliefert (Beutel à 500 Millionen Nematoden). Zunächst wird das Pulver eines Beutels in 10 ltr. Wasser aufgelöst und dann in den Tank der Pflanzenschutzspritze gegeben. Der Tank sollte bereits zur Hälfte mit Wasser gefüllt sein. Wichtig ist, während des Füll- und Ausbringungsvorgangs die Umwälzung einzuschalten, da die Nematoden sonst im Tank sedimentieren.
Ein eigens für die Nematodenausbringung entwickeltes Andruckrollenschar platziert die Nematodensuspension direkt in die Saatrille hinter das Saatkorn in den Boden (Abb. 6 und 7). Dieses Schar kann mit geringem Zeitaufwand an die Einzelkornsaatmaschine montiert werden. Die Nematoden werden dabei in einem Arbeitsgang, zusammen mit der Maissaat, ausgebracht. Eine gleichzeitige Startdüngung beeinträchtigt die Nematodenwirkung nicht. Das Andruckrollenschar kann von der Firma Cult-tec GbR erworben werden. Weitere Informationen hierzu können sowohl bei der Firma Cult-tec GbR als auch bei der e-nema GmbH bezogen werden. Gerne vermitteln wir auf Anfrage Adressen von Lohnunternehmern, die Erfahrung mit der Ausbringung von dianem® haben.
Abb. 6: Andruckrolle mit Schar zur Flüssigausbringung von Nematoden (rot), Auslauf der Nematodensuspension im hinteren, unteren Ende des Schars, feuchter Horizont mit Nematoden in der Saatrille.

Abb.7: Maschinenkombination für die Dianem®-Ausbringung im Saatmais
Vorteile des Einsatzes von dianem®
- Die Quarantänebestimmungen (Ausrottung, gefolgt von Eingrenzung und Unterdrückung) werden eingehalten
- Die Vorgaben der Maiswurzelbohrerbekämpfungsverordnung (MaiswBekV vom 10.07.2008) werden eingehalten (entsprechende Allgemeinverfügungen der anordnenden Behörden beachten).
- Sollte im Falle einer Zulassung für Notfallsituationen gemäß § 11 Pflanzenschutzmittelgesetz chemische Mittel weiterhin nur in einem zweijährigen Turnus zugelassen werden, entsteht im Rahmen der Quarantänebestimmungen und der Maiswurzelbohrerbekämpfungsverordnung eine Anwendungslücke. Diese kann durch den Einsatz von dianem® geschlossen werden.
- Für dianem® ist keine Zulassung gemäß Pflanzenschutzmittelgesetz erforderlich. Eine Ausnahmegenehmigung nach § 11 (Gefahr im Verzuge) erübrigt sich somit ebenso.
- Nematoden reduzieren erfolgreich die Käferpopulation.
Aus Sicht der Firma e-nema GmbH
- erübrigt sich damit die teure und den Maisbestand schädigende Bekämpfung der Käfer mit Spezialtraktoren im August;
- kann der Fruchtfolgezyklus Maisanbau auf Mais von derzeit zwei auf drei Jahre ausgeweitet werden;
- ermöglicht dianem® den Anbau von Mais auf Mais auch dort, wo keine Rotationsflächen zur Verfügung stehen oder diese aufgrund hoher Pachtpreise nicht in Frage kommen.
- dianem® ermöglicht den Einsatz von Trichogramma sp. gegen den Maiszünsler zum optimalen Zeitpunkt, ohne diesen Nützling zu gefährden.
- dianem® ist absolut bienenverträglich
- dianem® birgt keine Bodentoxizität
- dianem® wirkt sehr selektiv
- Eine Nebenwirkung gegen Drahtwürmer wird erzielt
- Erforderliche Investitionen in die Applikationstechnik sind wirtschaftlich vertretbar
- Für die Ausbringung der Nematoden ist kein zusätzlicher Arbeitsgang erforderlich
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