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Bekämpfung von Insekten

Schädlingsbekämpfung mit Bakterien und Pilzen

Bakterien

Die biologische Bekämpfung von Insekten ist derzeit der bedeutendste Zweig der biologischen Schädlingsbekämpfung. Das älteste und lange Zeit verbreiteteste Verfahren ist die Anwendung des Bakteriums Bacillus thuringensis (Bt). Bereits 1938 gab es das erste kommerzielle Produkt. Inzwischen gibt es eine Vielzahl verschiedener Stämme, die spezifisch gegen Schädlinge der unterschiedlichen Insektenfamilien eingesetzt werden können. Eine wichtige Anwendung außerhalb des Pflanzenschutzes ist die Verwendung von B.t. israelensis gegen Stechmücken, insbesondere auch zur Bekämpfung von Malaria.

Insektenpathogene Pilze

Außer Bakterien werden zur Bekämpfung von Insekten auch insektenpathogene Pilze eingesetzt. Die Sporen der Pilze bleiben auf der Haut der Insekten haften und wachsen dort über einen Keimschlauch in das lebende Insekt hinein. Das Insekt stirbt innerhalb einiger Wochen und wird vom Pilz durchwachsen. Schließlich bilden sich auf der Oberfläche des toten Insekts wieder Millionen von Sporen, die auf andere Insekten übertragen werden können. Wanderheuschrecken in Afrika und Australien werden beispielsweise erfolgreich mit Pilzsporen (Green Muscle®)  bekämpft.

Räuberische und parasitoide Insekten, Milben und Fadenwürmer

Seit dem Beginn der Verwendung von Hummeln zur Bestäubung von Tomaten, Paprika und Auberginen Mitte der 80er Jahre, ist man dort auf nicht-chemische Insektizide angewiesen, um die wertvolle Leistung der Hummeln nicht zu beeinträchtigen. Inzwischen ist die Mehrzahl der Gewächshausbetreiber auf eine biologische Bekämpfung der Insektenschädlinge umgestiegen. Die Vorteile für die Gesundheit der Mitarbeiter, das Aussehen der Pflanzen und die Erhaltung der selbstregulierenden Mechanismen bei diesen Sonderkulturen rechtfertigen die Mehrausgaben für das Pflanzenschutzmittel. Die Gegenspieler können sich im Gewächshaus oft auch etablieren und so einen Schutz der Kulturen über die gesamte Saison gewährleisten, während chemische Präparate mehrfach ausgebracht werden müssen. Im Gewächshaus werden vor allem Insekten und Milben gegen Schadinsekten eingesetzt. Die Liste der in Deutschland eingesetzten Insekten und Milben umfasst gut 35 Arten.

Unter den Nutzinsekten finden sich viele sogenannte Parasitoide. Das sind Insekten, die ihr Wirtstier nicht sofort töten, sondern als Vorratskammer für den Nachwuchs nutzen. Sie legen ihre Eier in die Raupen, die Jungtiere oder die Eier anderer Insekten. Dort entwickeln sich dann die jungen Parasitoiden und schlüpfen schließlich aus dem Ei, der Raupe oder der Mumie des artfremden Wirtsinsekts. Die Erzwespe der Gattung Trichogramma ist von diesen Parasitoiden die bedeutendste und wird in Europa großflächig zur Bekämpfung des Maiszünslers eingesetzt. Die Erzwespen sind winzig und mit bloßem Auge gerade zu erkennen. Nur 10 Tiere pro m² Maisacker genügen, um den Maiszünsler zu bekämpfen. Die nur 0,4 mm kleinen Tiere fallen auch in Wohnungen nicht auf und können zur Bekämpfung von Getreide- und Dörrobstmotten eingesetzt werden. Letztlich gehören auch die Nematoden zu den Parasitoiden. Ihnen wird als Hauptgeschäftszweig der e-nema GmbH aber ein gesondertes Kapitel gewidmet.

Sexualpheromone und sterile Männchen

Schließlich gilt als biologisches Verfahren auch die Dezimierung von Insekten durch Unterbindung der Paarung. Dies geschieht beispielsweise durch das Ausbringen von Pheromonquellen, welche die Männchen verwirren. Die nebenwirkungsfreien Pheromone werden unter anderem im Weinbau gegen den Traubenwickler und im Apfelanbau gegen den Apfelwickler eingesetzt. In konzertierten Programmen zur Schädlingsreduktion oder sogar zur Ausrottung eingeschleppter Schädlinge werden mancherorts sterilisierte Männchen in Massen freigelassen. Die Methode funktioniert gut bei Insekten, die sich nur einmal paaren. Sie wurde erstmalig 1950 zur Ausrottung von Fleischfliegen an Rindern erfolgreich eingesetzt. Zu den Insekten, bei denen diese Technik heute angewandt wird, gehören die Mittelmeerfruchtfliege und Stechmücken als Malaria-Überträger.