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Bekämpfung von Pilzen

Pilzliche und bakterielle Krankheitserreger bekämpfen

Parasitische Pilze

Zur Bekämpfung von Pilzerkrankungen werden verschiedene biologische Mittel angeboten. Der Pilz Ampelomyces quisqualis, der ausschließlich Mehltaupilze parasitiert, wird im Weinbau und in Gewächhäusern gegen den Mehltau an Gurken eingesetzt. Zur Gruppe der parasitisch auf anderen Pilzen lebenden Pilze gehören auch die Gattungen Trichoderma und Gliocladium, die Grundlage verschiedener Pflanzenschutzpräparate sind.

Pilze als Platz- und Nahrungskonkurrenten

Andere biologische Mittel besiedeln erfolgreich die Nischen auf den Blättern und Früchten der Pflanzen und verhindern so das Wachstum der Schadpilze. Zu diesen Mitteln gehören Hefepilze (Aureobasidium pullulans). Die Pilze schaffen auf den behandelten Pflanzenteilen ein saures Milieu und werden daher auch gegen den bakteriellen Erreger des Feuerbrands eingesetzt, der im sauren Milieu nicht wachsen kann.

Als Alternative zum Antibiotikum Streptomycin wird der Pilz Aureobasidium pullulans seit 2005 eingesetzt. Im Forst wird der Pilz Phlebiopsis gigantea seit Ende der 80-er Jahre angewandt und verhindert die Besiedlung von Fichten und Kiefern mit dem Rotfäulepilz.

Bakterien gegen Pilze

Schließlich werden auch Bakterien als Pilzbekämpfungsmittel angeboten. Sehr verbreitet ist der Einsatz von Bacillus-Arten. Das Bacillus-subtilis-Präparat Serenade(tm) wird vor allem zum Schutz oberirdischer Pflanzenteile angewandt. Verschiedene vom Bakterium gebildete Stoffe unterdrücken das Pilzwachstum auf der Pflanze. Aber auch die Wurzeln und das Substrat werden zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten mit Bakterien behandelt. Neben Bacillus-Arten kommen dabei auch Streptomyces und Pseudomonas-Arten zum Einsatz. Letztere werden in Schweden seit dem Jahr 2000 großflächig zur Beizung von Gerste und Weizen eingesetzt. Der Einsatz in anderen europäischen Ländern weitet sich ebenfalls aus.

Stärkung der pflanzlichen Abwehrmechanismen

Die Pflanzen verfügen oft selbst über geeignete Abwehrmechanismen, um pilzliche Infektionen zu überstehen. Verschiedene Mikroorganismen sind in der Lage, diese Abwehrmechanismen in der Pflanze auszulösen. Die Wirkung dieser induzierten Resistenz bei Pflanzen sind vielfältig. Oft genügt schon die Behandlung des Saat- oder Pflanzguts, um die Resistenz zu induzieren. Für das Bakterium Serratia plymuthica wurde die Wirkung der bakteriellen Signalstoffe auf die pflanzliche Resistenz nachgewiesen. Auch Bacillus-Arten oder nicht-pathogene Stämme von Schadpilzen können solche Resistenzen auslösen.

Pflanzliche Inhaltsstoffe weden ebenfalls zur Bekämpfung von Pilzerkrankungen eingesetzt. Ein Beispiel sind Extrakte aus dem Sachalinknöterich (Reynoutria sachalensis), welche die Resistenzreaktionen der Pflanzen gegen Mehltauerkrankungen und Grauschimmel induzieren.