Eichen-
WAS SIND EICHENPROZESSIONSSPINNER?
Der Eichenrozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Nachtfalter. Er gehört zur Ordnung der Schmetterlinge (lat. Lepidoptera) und dort zur Unterfamilie der Prozessionsspinner (lat. Thaumetopoeidae). Seinen Namen hat er vom Verhalten seiner Raupen, die in mehrreihigen „Prozessionen“ auf den Bäumen zu ihren Futterplätzen ziehen. Die Raupen befallen Eichenarten, ihre Brennhaare können für den Menschen gefährlich werden. Der Falter ist mittelgroß mit dickleibigem Körper. Sein Rüssel ist vollkommen rückgebildet. Die Flügelspannweite beträgt 25 – 25 Millimeter.Die Raupe ist bis zu 5 cm lang und verfügt über eine dunkle, breite Rückenlinie mit samtartig behaarten Feldern und rotbraunen, langbehaarten Warzen (Brennhaare). Sie ist nachts aktiv und frisst an den Blättern verschiedener Eichenarten.
Adulter Eichenprozessionsspiner | ®G. Csoka, Hungary Forest Research Institute
BIOLOGIE UND VERBREITUNG
Entgegen so mancher Vermutungen ist der Eichenprozessionsspinner keine invasive Art, sondern eine einheimische Schmetterlingsart, die in Mitteleuropa schon immer vorkam. Ursprünglich war der Falter vor allem in den wärmebegünstigten Regionen Süd- und Südwestdeutschlands zu Hause. Verbreitet sich aufgrund der veränderten klimatischen Bedingungen zunehmends in ganz Deutschland.
Die Raupen schlüpfen im Frühjahr (meist ab April) aus den Eiern, die die Falter im Vorjahr in den Kronen von Eichen abgelegt haben. Ihren Namen verdanken sie ihrer Eigenschaft, sich nachts in langen Kolonnen – wie bei einer Prozession – zur Nahrungssuche in die Baumkrone zu bewegen.
Verbreitung in Deutschland
Mittlerweile ist der Eichenprozessionsspinner in fast allen Bundesländern nachgewiesen. Besonders stark betroffen sind Regionen in Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Selbst in kühleren, nördlichen Bundesländern breitet er sich zunehmend aus.
Die Raupen befallen fast ausschließlich Eichen (Stieleichen, Traubeneichen und Roteichen). Man findet sie nicht nur in Wäldern, sondern besonders häufig an frei stehenden Bäumen an Waldrändern, in Parks, Alleen, Wohnsiedlungen und auf Schulhöfen.
Bekämpft werden sie hauptsächlich aus gesundheitlichen/hygienischen Gründen da ihre Brennhaare bei Menschen allergische Haut- und Atemwegsreaktionen auslösen können. Die Brennhaare brechen leicht und werden bei günstiger Witterung durch Luftströmungen über weite Strecken getragen. Raupenhaare sind lange haltbar und reichern sich über mehrere Jahre in der Umgebung an, besonders im Unterholz und im Bodenbewuchs.
Gespinnst aus EPS-Raupen
Gefahren durch Eichenprozessionsspinner
Das eigentliche Problem des Eichenprozessionsspinners sind nicht die Fraßschäden am Baum, sondern die mikroskopisch kleinen Brennhaare der Raupen ab dem dritten Entwicklungsstadium (etwa ab Mai).
Eine einzige ältere Raupe besitzt bis zu 600.000 dieser feinen Härchen, die den Eiweißgiftstoff Thaumetopoein enthalten. Die Haare sind mit winzigen Widerhaken ausgestattet, brechen bei der geringsten Berührung oder bei Stress ab und werden durch den Wind über weite Strecken getragen. Bei Kontakt mit der menschlichen Haut oder den Schleimhäuten lösen sie die sogenannte Raupendermatitis aus – ein schmerzhafter, stark juckender Ausschlag mit Quaddeln und Pusteln. Werden die Haare eingeatmet, kann dies zu Atembeschwerden, Husten oder Asthmaanfällen führen. Besonders tückisch: Die verlassenen Gespinstnester sind voll von diesen Haaren, und da das Gift extrem stabil ist, bleiben die Härchen in den Nestern und im Unterholz über Jahre hinweg hochgradig toxisch.
Brennhaare der EPS-Raupen
Schäden durch Eichenprozessionsspinner
Der Schaden wird durch die Raupen des Eichenprozessionsspinners verursacht. Dieser reicht von Lochfraß bis hin zu Kahlfraß an verschiedenen Eichenarten. Die Raupen werfen Brennhaare ab, die allergische Haut- und Atemwegsreaktionen beim Menschen auslösen können.
EICHENPROZESSIONSSPINNER MIT NEMATODEN BEKÄMPFEN
Nematoden sind winzige, fadenförmige Bodenlebewesen von ca. 0,6mm Länge. Unser Produkt Tp-Nema® enthält Nematoden der Art Steinernema feltiae, welche die Raupen des Eichenprozessionsspinners töten und für die eigene Ernährung und Fortpflanzung nutzen.
Die Nematoden werden lebend in einem Pulver geliefert. Zur Ausbringung werden sie nach Anwendungshinweisen mit Wasser vermischt und in die betroffenen Bäume appliziert.
Wichtig: Der Einsatz von entomopathogenen Nematoden ist nicht dem Anwendungsbereich der Verordnung (EU) Nr. 528/2012 (Biozid-VO) zugeordnet.
Hinweis: Aufgrund der Gefahr durch die Brennhaare der Raupen, sowie der mitunter schwierigen Erreichbarkeit empfehlen wir die Bekämpfung der Raupen ausschließlich von geschulten Fachbetrieben durchführen zu lassen. Gerne können wir Sie an entsprechende Betriebe vermitteln.
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Tp-nema® gegen Eichenprozessionsspinner
Welche Stadien des Eichenprozessionsspinners können bekämpft werden?
Die Anwendung ist möglich, sobald die Raupen geschlüpft sind, also Mitte bis Ende April. Eine Bekämpfung ist bis einschließlich 3. Raupenstadium möglich, das ist in der Regel bis Ende Mai. Innerhalb von 2 Wochen sollte die Behandlung wiederholt werden.
Anwendungszeitraum: Mitte April bis Ende Mai
Video: Nematoden gegen Eichenprozessionsspinner im Einsatz
Forstwirt Frederic Offenberg der Firma Plan-baum setzt bereits seit vielen Jahren erfolgreich Nematoden gegen Eichenprozessionsspinner ein. In diesem Video berichtet er von seinen Erfahrungen und nimmt uns mit auf einen Einsatz.