Nematoden
SCHÄDLINGE IM ZIERPFLANZENANBAU MIT NEMATODEN BEKÄMPFEN
Nematoden gelangen im Zierpflanzenbau sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus zum Einsatz. Die Ausbringung kann über Dosatron-Düngemischer, über Tröpfchenbewässerung und mittels Überkopfberegnung erfolgen.
Geschützter Anbau – Trauermücken, Thripse, Schmetterlingsraupen und Wurzelbohrer
Hauptschädlinge im geschützten Zierpflanzenanabau sind Trauermücken (Bradysia spp.), Thripse (Frankliniella occidentalis) und Schmetterlingsraupen (z. B. Duponchelia fovealis, Opogona sacchari). Mit nemastar® werden Raupen, die an oberirdischen Pflanzenteilen fressen, bekämpft. nemaplus® und nemaflor® wirken gegen Thripse und Trauermücken, nematop® gegen den kleinen Wurzelbohrer (Pharmacis lupulina)
UNSER EXPERTE: MICHAEL ORTMANN
Ich berate Sie gerne zum Nematodeneinsatz im Zierpflanzenbau. Nehmen Sie gerne den persönlichen Kontakt auf.
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SCHÄDLICHE RAUPEN IN ZIERPFLANZEN BEKÄMPFEN
Die Raupen fressen an den oberirdischen Pflanzenteilen und entwickeln mehrere Generationen pro Jahr. nemastar® sollte daher alle 10-14 Tage angewendet werden, 4-5 Mal in der Saison. Die Aufwandmenge beträgt 125.000 – 250.000 Nematoden pro m² oder 1 Million Nematoden pro Liter Spritzbrühe. Idealerweise werden die Pflanzen in den Abendstunden bis kurz vorm Abtropfen gespritzt. Die Lufttemperaturen sollten tagsüber über 14 °C liegen.
THRIPSE IN ZIERPFLANZEN BEKÄMPFEN
Der Kalifornische Blütenthrips (Frankliniella occidentalis) gehört zu den bedeutendsten Schädlingen im Gewächshaus. Er befällt fast alle Gewächshauspflanzen und insbesondere blühende Zierpflanzen. Ein direkter Schaden entsteht durch die Saugtätigkeit und dadurch hervorgerufene Verformungen und ein indirekter Schaden durch die Verbreitung von Viren.
Zur Verpuppung wandern 95 % des vorletzten Nymphenstadiums (allgemein als Präpuppe bezeichnet) in 1,5 - 2 cm Bodentiefe. Die Anwesenheit oberirdisch aktiver räuberischer Nützlinge erhöht den Anteil der in den Boden wandernden Präpuppen. Thripse verbringen 1/3 ihrer Entwicklung im Boden.
Hier kommen auch die Nematoden zum Einsatz. Das Produkt nemaflor® F wurde speziell für die Bekämpfung von Thripse in Zierpflanzen entwickelt. Ausgebracht werden 125.000 - 250.000 Nematoden pro m² mit mindestens 100 ml Wasser. Die Applikation erfolgt mittels Tröpfchenbewässerung oder mit einer Blattapplikation ohne Netzmittel, sodass die Tropfen von den Blättern abrollen können.
Die Nematoden befallen die im Boden vorhanden Thripse, vermehren sich aber kaum in diesen, weshalb diese Anwendung alle 10 Tage wiederholt werden sollte. Dadurch wird sichergestellt die Thripse zu erreichen, die neu in den Boden abwandern.
TRAUERMÜCKEN IN ZIERPFLANZEN BEKÄMPFEN
Die Trauermücke (Bradysia spp., Lycoriella spp.) gehört zur Familie Sciaridae und ist ein häufiger Schädling im Zierpflanzenanbau.
Trauermücken sind sehr kleine, nur ca. 3 mm große, schwarze Mücken. Sie sind leicht an ihren beiden langen Flügeln und dem trägen, taumelnden Flug zu erkennen. Ihre Larven sind etwa 5 mm lang, beinlos, schlank, glasig-durchscheinend mit dunklem Kopf.
Trauermücken bzw. Trauermückenlarven können gut mit Nematoden der Art Steinernema feltiae bekämpft werden, welche in dem Produkt nemaplus® enthalten sind.
Die Nematoden müssen oben in das Substrat gelangen. Bei der Dosierung wird von 10.000 Nematoden pro Liter Substrat bzw. 500.000 Nematoden pro m² ausgegangen. In der Regel empfiehlt sich eine Wiederholung der Behandlung nach 10 Tagen. Insbesondere bei Poinsettienjungpflanzen hat sich der vorbeugende Nematodeneinsatz bewährt.
SCHÄDLINGE IN FREILANDKULTUREN BEKÄMPFEN
Hauptschädling in Freilandkulturen ist vor allem der gefurchte Dickmaulrüssler (Otiorhynchus sulcatus). Er ist anfällig für nematop® bzw. Nematoden der Spezies Heterorhabditis bacteriophora. Neben den Rüsselkäfern können in Freilandkulturen auch Schnakenlarven der Gattungen Tipula paludosa und Tipula oleracea zu Problemen führen. Sie sind gut mit nemastar® bzw. Nematoden der Spezies Steinernema carpocapsae zu bekämpfen. Gegen die Larven des kleinen Hopfen-Wurzelbohrers (Pharmacis lupulina) kann nematop® oder nemaplus® eingesetzt werden.
HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN
Ja. Allerdings ist bei Überkopfberegnung ein Beregnungsverlust für die Freiräume zwischen den Töpfen einzuplanen. Bei dem Einsatz über Tröpfchenbewässerung kann es Sinn machen, einen Zusatzstoff einzusetzen, damit die Nematoden im System möglichst lange in der Schwebe bleiben. Es empfiehlt sich, nach der Injektion weiter zu bewässern, um die Nematoden aus dem System zu spülen. Filter und Siebe sind aus den Bewässerungssystemen zu entfernen. Für Einzelheiten wenden Sie sich bitte an uns oder an Ihren Pflanzenschutzdienst.
In diesem Video demonstrieren wir die Nematodenapplikation mittels Tröpfchenbewässerung:
In den meisten Fällen ja. Um ganz sicher zu gehen orientieren Sie sich bitte an der Kompatibilitätsliste auf unserer Website .
DOWNLOADS
Sicherheitsdatenblatt nemaplus®
Anwendungshinweise nemaplus® für Hobby-Anwender*innen
Sicherheitsdatenblatt nematop®
Anwendungshinweise nematop® 5 10 und 25
Unsere nemaflor Produkte enthalten Nematoden der Gattung Steinernerma in unserer Ecophyll-Formulierung, die speziell für die Blattapplikation im Zierpflanzenanbau geeignet ist.
nemaflor® F enthält Steinernema feltiae Nematoden
nemaflor® C enthält Steinernema carpocapsae Nematoden
Anwendungshinweise nemaflor® 50 und 250