Thrips
THRIPS PARVISPINUS: ERKENNUNG UND BIOLOGISCHE KONTROLLE MIT NEMATODEN
Thrips parvispinus hat sich in den letzten Jahren zu einer ernstzunehmenden Bedrohung für den Gartenbau weltweit entwickelt. Ursprünglich im tropischen Asien beheimatet, breitet sich dieser Schädling rasant aus und besiedelt mittlerweile weite Teile Asiens, Afrikas sowie Nordamerikas.
Auch in Europa ist er längst angekommen: Nach Erstfunden in Griechenland (1998) folgten Nachweise in Spanien (2017), Frankreich (2018) und den Niederlanden (2019). Seit Ende 2021 ist der Schädling auch in Deutschland präsent. Besonders im geschützten Anbau findet Thrips parvispinus durch die warme und feuchte Witterung ideale Bedingungen für eine massenhafte Vermehrung.
Lebenszyklus von Thrips parvispinus
Um den Schädling effektiv bekämpfen zu können, ist das Verständnis seiner Entwicklung entscheidend. Der Lebenszyklus umfasst insgesamt sechs Stadien:
- Ei: Die Weibchen legen ihre Eier mithilfe eines sägeartigen Apparats direkt in Blätter, Blütenblätter oder weiche Stängelgewebe.
- Larvenstadien (L1 & L2): Die Larven sind fast transparent-weißlich bis orange-gelb mit auffällig roten Augen.
- Präpuppe & Puppe: Diese Stadien finden meist im Boden oder Substrat statt. Sie nehmen keine Nahrung auf und bewegen sich nur bei Störung.
- Adultes Insekt: Die erwachsenen Weibchen sind etwa 1 mm groß und braun gefärbt, während die Männchen mit ca. 0,6 mm deutlich kleiner und gelb-orange sind.
Die Entwicklungsdauer ist stark temperaturabhängig: Während die Entwicklung vom Ei bis zum adulten Tier bei 20∘C etwa 36 Tage dauert, verkürzt sie sich bei 25∘C auf nur 23 Tage.
Identifizierung und Schadbild
Früherkennung ist der Schlüssel zur Kontrolle, da die Populationen aufgrund der hohen Reproduktionsrate schnell explodieren können.
- Wo suchen? Prüfen Sie vor allem die Blattunterseiten und das Innere von Blüten. Larven bevorzugen junge Blätter und Blütenknospen
- Verhalten: Während Larven oft offen auf der Pflanze fressen, verstecken sich die adulten Tiere meist sehr geschickt.
- Symptome: Die Fraßschäden führen zu erheblichen Qualitätsverlusten, Deformierungen und können bis zur Unverkäuflichkeit der Pflanzen führen. Besonders betroffen sind Paprika, Papayas und diverse Zierpflanzen.
Typischer Schaden durch T. parvispinus im Paprikaanbau
Biologische Bekämpfung mit Nematoden
Da Thrips parvispinus einen Teil seiner Entwicklung (Präpuppe und Puppe) im Boden verbringt, bieten entomopathogene Nematoden (EPN) einen strategischen Vorteil. Diese biologischen Gegenspieler können die Bodenstadien gezielt bekämpfen, die für herkömmliche, oberflächlich wirkende Insektizide oft unerreichbar sind.
Untersuchungen der Michigan State University haben das Potenzial verschiedener Nematodenarten bestätigt.
Die EPN-Arten Heterorhabditis bacteriophora und Steinernema carpocapsae erzielten im Labor eine Mortalität von bis zu 50%.
Der Einsatz von Nematoden reduziert die Anzahl der schlüpfenden adulten Thripse und verringert so den Druck auf die oberirdischen Pflanzenteile. Idealerweise werden EPN als Teil eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts (IPM) mit anderen Nützlingen kombiniert.
Entomopathogene Nematoden der Art Steinernema carpocapsae
Ausblick: Gemeinsam zu besseren Lösungen
Obwohl die bisherigen Ergebnisse zum Einsatz von Nematoden gegen Thrips parvispinus sehr vielversprechend sind, ist die allgemeine Versuchslage im Vergleich zu anderen Schädlingen noch recht dünn. Um die Anwendungsprotokolle zu optimieren und noch spezifischere Strategien für verschiedene Kulturen zu entwickeln, sind weitere Daten aus der Praxis notwendig.
e-nema ist offen für weitere Versuche und Kooperationen
Wenn Sie Interesse haben, den Einsatz von Nematoden in Ihrem Betrieb zu testen oder gemeinsam mit uns neue Erkenntnisse zur Bekämpfung von Thrips parvispinus zu gewinnen, sprechen Sie uns bitte an!
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