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Schädlinge im Obstgarten bekämpfen

Häufig auftretende Schädlinge im Obstanbau

Obstmaden

Fast jeder, der einen Apfelbaum im Garten hat, kennt den Ärger über wurmstichige und ungenießbare Früchte. Meist ist dies eine Folge des Befalls mit Apfelwicklern. Diese lästigen Schädlinge entwickeln temperaturabhängig 1-2 Generationen pro Jahr.

Obstmade

Abbildung: Obstmade

Ab Mai fliegen die Falter und legen Eier auf die Blätter. Die schlüpfenden Larven suchen die jungen Früchte auf, bohren sich in die Frucht ein und zerstören das Kerngehäuse. Dadurch wird die Frucht massiv geschädigt und Fäulnis macht das Obst ungenießbar. Die voll entwickelte Made verlässt den Apfel zur Verpuppung in Verstecken am Stamm oder im Boden. Aus der Puppe schlüpft der Falter der zweiten Generation. Die Larven schädigen weitere Äpfel.

Zur Überwinterung spinnen sie einen Kokon in trockenen Orten in rissigem Holz, am Stamm, an den Leitästen oder auch in hölzernen Bauten (Gartenschuppen, Sandkiste etc.), die sich unter der Krone befinden oder sie wandern in den Boden.

 

Abbildung: Lebenszyklus des Apfelwicklers

Obstmaden bekämpfen

Was kann man tun?

Die überwinternden Larven können wirkungsvoll mit Nematoden der Art Steinernema feltiae (Produktname nemapom®) bekämpft werden. In Versuchen im Erwerbsobstbau wurde der Befall um 50 - 80 % reduziert. Die Ausbringung der Nematoden erfolgt im Herbst nach der Ernte, wenn die Obstmaden sich in ihren Verstecken am Baum eingesponnen haben, können aber auch noch im Frühjahr bis vor der Verpuppung (Ende April) ausgebracht werden, sofern die Temperaturen über 10 °C liegen.

Dazu kann die Rückenspritze, z.B. von Birchmeier oder Gloria, ein Handsprüher oder ein Kleisterpinsel verwendet werden. Bei Jungbäumen mit relativ glatter Rinde reicht es, den Stamm zu besprühen. Bei älteren Hoch- und Halbstämmen müssen Stamm und Leitäste behandelt werden. Nach der Behandlung müssen die behandelten Bäume mindestens 6 Stunden lang feucht bleiben. Deshalb muss die Ausbringung am Abend erfolgen, wenn die Luftfeuchtigkeit steigt.

Apfelsägewespe (Hoplocampa testudinea)

adulte Apfelsägewespe

Abbildung: adulte Apfelsägewespe

Schadbild Apfelsägewespe

Abbildung: Schadbild Apfelsägewespe

Die Apfelsägewespe hat zwar im Vergleich zum Apfelwickler nur eine Generation pro Jahr, zerstört aber 4-5 Äpfel, die dann herunterfallen. Die ausgewachsenen Wespen erscheinen Ende April / Anfang Mai und fressen den Pollen. Ihre Aktivität ist am höchsten, wenn die Sonnenintensität am stärksten ist, also um den Mittag herum. Die Weibchen sägen mit dem Ovipositor in den Blütenkelch und legen dort ein Ei pro Blüte ab. Durchschnittlich legen sie ca. 30 Eier.

Der erste Schaden entsteht durch das erste Larvenstadium, was direkt unter der Haut der kleinen Früchte frisst. Die Äpfel wachsen und mit ihnen wächst die Narbe, die noch zur Ernte deutlich auf den Äpfeln sichtbar ist. Der zweite Schaden entsteht durch das zweite Larvenstadium, was sich in mehrere, kleinere Früchte hineinbohrt und so die weitere Entwicklung der Äpfel hemmt und zu einem Abfallen der Früchte führt.

Im Juli fallen die ausgewachsenen Larven zu Boden und bilden in 5 - 10 cm Tiefe ein Kokon, in dem sie 9 bis 21 Monate verbleiben.

Apfelsägewespe bekämpfen

Was kann man tun?

Nematoden (nemapom®) wirken nur gegen die erwachsenen Wespen und werden spätestens eine Woche vor Flug auf den Boden appliziert. Der Flug- bzw. Applikationszeitpunkt wird mit Hilfe der Temperatursumme bestimmt (Beratung konsultieren). nemapom® (2 Mrd. pro Hektar) nur auf gut durchfeuchteten Boden ausbringen und mit mind. 1.000 l Wasser pro Hektar spritzen. Wenn der Oberboden trocken ist, Wasseraufwand erhöhen, sodass die Feuchtigkeit im Oberboden Anschluss an feuchte, tiefergelegene Bodenhorizonte bekommt.

Wenn auch noch der Stamm bis ca. 1 m Höhe behandelt wird, werden gleichzeitig die überwinternden Larven (Obstmaden) des Apfelwicklers bekämpft.

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Monitoring-Fallen (Pheromonfallen)

Pheromonfallen dienen im Erwerbsobstbau zur Bestimmung des optimalen Einsatztermins von biologischen oder chemischen Insektiziden. Im Hobbyanbau sind sie sinnvoll, um die jährlich schwankende Befallsstärke einschätzen zu können. Die Sexualpheromone locken nur die Männchen an, somit werden weniger Weibchen begattet. Bei hoher Fallendichte kann das zu einer Verringerung des Befalls führen.

Deltastop Monitoringfalle Apfelwickler

Abbildung: Deltastop Monitoringfalle für Apfelwickler

Die Deltastop Pheromon-Klebefalle lockt die männlichen Falter auf einen Spezialleim, auf dem sie kleben bleiben. Ein Set bestehend aus einer Falle, zwei Klebeflächen mit Spezial-Insektenleim und zwei Pheromon-Dispensern zur Abdeckung der gesamten Flugperiode. Die Falle wird Ende Mai aufhängt und regelmäßig kontrolliert. Nach acht Wochen ist das Pheromon verbraucht und wird durch den zweiten Dispenser ersetzt. Eine Falle reicht für mehrere zusammenstehende Bäume.